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Kreuzfahrt an/bis Miami und danach kreuz und quer mit dem Auto durch die USA fahren
16.Oktober-13.November 2004
letzte Aktualisierung am 24 .11.2004  aus Berlin/ Deutschland


 






Kurzinfo über das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, die USA:
die USA sind zu 87% absolut Rollstuhlgerecht
Fläche: 9.809.155 km²
Einwohner: ca. 291 Millionen
Hauptstadt: Washington DC
Amtssprachen: english
Währung: Dollar
Zeit: 6 Zeitzonen: MEZ -6 (Ostküste) bis -10 Std. (Alaska)

16. Oktober 2004
Das erste Wach werden für pritty mit ihrem schon standardmäßig gebuchten Reisefieber, erst als der Wecker, um 03.00 Uhr, die Aufstehzeit signalisierte.
Der Transport mit dem, Berliner Rollstuhlfahrer transportierenden Unternehmen "Telebus" zum Flughafen Berlin-Tegel klappte reibungslos. Das Flughafenpersonal hat, für uns erstmalig, beim Transport unseres Reisegepäcks für knapp 4 Wochen geholfen.
Begonnen hat die Reise, wie immer, mit Flügen. Von Berlin nach Frankfurt und dann nach 50 Minuten  weiter mit 10 Stunden Nichtraucherflug nach Miami. 
In Miami (MIA) ging's für die erste Übernachtung in ein Hotel direkt am Flughafen. Am nächsten Tag war die Einschiffung auf der:
NORWEGIAN SPIRIT

 

BRT: 77,000. Länge: 268 m. Breite: 32 m. Tiefgang: 8 m.
Maschinen: Dieselmotoren. Reisegeschwindigkeit: 24 Knoten.
Passagiere: 1,964 + Besatzung: 920.

Der Flug war grauenhaft: Nicht nur das es natürlich wieder ein Nichtraucherflug war, schlimmer...... für den knapp 2m großen Carsten, waren es 10 h mit viel zu wenig Beinfreiheit. Er durfte wieder die halbe Flugzeit auf Flugbegleitersitz verbringen und der war auch nicht gerade traumhaft bequem. Carstens erste Aussage nach der Landung war erst mal: " Nie wieder ein Langstreckenflug und schon gar nicht mit so langer Flugzeit." Wir dachten immer Britannia wäre die einzige Fluggesellschaft die so viele Passagiere in einen Flieger quetscht, aber Lufthansa ist auch nicht besser. Pritty möchte so gerne noch nach Australien und wird Carsten hoffentlich irgendwie überzeugen können, oder wir können uns irgendwann die Business Class leisten. 
Die Zwischenübernachtung hatten wir im "Holiday Inn am Miami Airport North". Dort hat Carsten noch einen recht schönen Sonnenuntergang aufgenommen.

Die Nacht begann für uns schon gegen 18:00 Uhr und endete, noch etwas  gestresst, sehr früh um 01.15 für pritty und für Carsten um 3:15. Da pritty's Körper nach so kurzer Zeit mit der Zeitumstellung noch nicht klar kam, was sich aber vielleicht  noch in den folgenden 4 Wochen  geben wird.
Sie schläft zu Hause durchschnittlich 7 Stunden und wenn die vorbei sind, dann hat sich was mit pritty und Bett. Dann steht sie auf und macht im Urlaub leise Tätigkeiten, wie z.B. das Reisetagebuch weiter  schreiben.
                                    
17.Oktober 2004
Am Sonntag begann die Einschiffung eigentlich ab 12:00 Uhr. 

Wir waren  gegen 12:15 Uhr am Hafen und es stauten sich bereits die Menschenmassen vor dem "Check in". Gegen 15:00 waren wir an Bord. Unsere Kabine, die eine speziell für Rollstuhlfahrer sein sollte, befand sich auf Deck 11, hatte ca.16 qm und hatte eine relativ geräumige Feuchtzelle mit einer Dusche mit Sitz. Alles ganz OK, nur den Sitz mussten wir erst mal erreichen können. Es existierten keinerlei Griffe und der Boden war glatt und rutschig, er war nicht die Spur von angeraut. 
Nachdem wir, wie in den meisten Quartieren,  das Mobiliar in der Kabine wieder mal umstellen mussten um erträglichen Bewegungsraum zu bekommen, sind wir dann im Dunklen (20:00 Uhr) in See gestochen und haben Miami in einem absolut geilen Lichtermeer vom Schiffsheck aus völlig beeindruckt erlebt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das kann man mit Fotos einfach so nicht richtig festhalten.
Das muss man gesehen haben, denn das ist nicht nachzuempfinden.
Es gibt keine Worte die das Gesehene zu umschreiben. Wolkenbilder für jede Fantasie, das Lichtermeer von Miami wird am Horizont langsam  kleiner und das Schiff beschleunigt kaum merklich. Man sieht in der Ferne unwahrscheinlich viele startende Flugzeuge, die einen Fernweh bekommen lassen würden, wenn man nicht grade auf einer Reise durch Amerika, wäre. 
Ganz attraktive Aufzüge hatte der Kahn die pritty wegen ihrer Platzangst, aber lieber nur von Außen "genossen"  hat.                                                   
Ein sehr dekorativer Brunnen existierte auf dem Kahn auch noch.  
18. Oktober   2004
Der erste Seetag folgte und am Abend ergab sich noch
  eine für uns negative und viel zu späte Programmänderung. Nix, war wie ausgeschrieben und geplant mit der Insel "Grand Cayman", die hatte nämlich Hurrikan "Ivan" ziemlich zerstört, hieß es. Genaues wissen wir, mangels Internet und anderen Informationsmöglichkeiten, noch nicht. 
Auf jedem Fall hatten wir dann Kurs auf den mittelamerikanischen Kleinstaat "Belize" mit karibischen Klima. Grand Cayman wäre sehr viel interessanter gewesen. Belize kannten wir zwar auch noch nicht, aber III. Welt ist nicht gerade das Bevorzugteste Reiseziel. Hätten uns aber bei Wissen über die Programmänderung darüber informiert und dann damit mit Sicherheit die Kreuzfahrt ausfallen lassen. Lieber wären wir         4 Weeks durch Amerika geturnt.
Als wir uns ein paar Infos am Schiffstresen holten, lernten wir ein deutschsprachiges Crewmitglied, die stellvertretende Hotelmanagerin
Alex kennen. Sie arbeitet und lebt seit 14 Jahren glücklich und zufrieden auf dem Schiff, beherrscht noch gut die deutsche Sprache und hinterließ einen sehr sympathischen Eindruck bei uns.
19. Oktober 2004
Also dann "Belize". Es begann mit einer ca.10km Tenderbootüberfahrt, in das wir problemlos hineinkamen und mit einer Geschwindigkeit von ungefähr 20 Kn auf in den III. Welt-Staat.

Für unser Schiff, die "NORWEGIAN SPIRIT" war der Hafen von Belize zu klein und das  Wasser zu flach.
Der einzige Eindruck, den Belize bei uns hinterlassen hat, war der von einem kleinen Stück DomRep, auf jedem Fall ein Stück III. Welt. Darum gibt es auch keine Bilder, weil nichts zu sehen gab, das Risiko einzugehen den Fotoapparat zu zücken, wert war. 
20. Oktober Inzwischen ist der 3. Tag der Kreuzfahrt angebrochen.
Pritty ist natürlich wieder zu früh raus und hat sich erst mal mit der Handwäsche im Waschbecken, beschäftigt. Carsten schläft noch,  schnarcht und schnieft vor sich dahin. Er fühlte sich nicht so, wie man sich auf einer so teuren und gewaltigen Reise fühlen sollte. Wir vertrödelten den Seetag. Pritty war etwas in der Sonne und Nachmittags waren wir mit einem Gutschein beim Bingo und wir haben nichts, außer der Erfahrung und der Sinnlosigkeit, gewonnen. 
21. Oktober Am 4. Tag war die Insel Roatan, welche zu Honduras gehört, dran. Gegen Mittag haben wir uns trotz der Affenhitze und der Warnung des Schiffpersonal vom Schiff getraut. Kaum waren wir aus dem abgeschotteten Hafenbereich raus, stürzten sich auch schon die Geier auf uns! Bettelnde Kinder und haufenweise Touristenfallen machten uns sehr schnell klar, dass wir uns auch hier in der III. Welt befinden. 
Vom Schiff aus sah das nicht unbedingt so nach vergessener Welt aus.

Im Hafen wollte dann auch noch ein Schwesterschiff, die NORWEGIAN DREAM anlegen, welches aber aus Platzmangel dann auf Reede liegen musste. Die Fahrer der Tenderboote konnten es nicht abwarten mit ihr Geschäft zu machen.

Beim Abendessen machten wir noch einen kleinen Plausch mit einen Bayernpärchen. Die wollten tatsächlich auf der NORWEGIAN SPIRIT noch für eine weitere Woche die anschließende Kreuzfahrt mitmachten. Von Miami ging es weiter für die Bayern in Richtung Venezuela und wieder nach Miami zurück.  Für die meisten Amerikaner sind die Deutschen sowieso alle Bayern.
22. Oktober Der 5. Tag war wieder ein Seetag.
Pritty hat es, Dank einer Schlafi, geschafft bis 06.30 Uhr zu schlafen. Carsten ging's nicht so richtig  gut. Die, wahrscheinlich durch die Klimaanlage verursachte Seuche hatte ihn geschafft. Er verbrachte den halben Tag im Bett mit Zitronentee mit dem Versuch die kommende Seuche auszuschwitzen. Pritty musste alleine zum Frühstück fahren und bekam, mit ihren doch eher mangelhaften Englischkenntnissen, das Personal dazu erst ihr Frühstück zu bauen, anschließend eines für Carsten (mit Bacon & Eggs & Orangensaft) zusammenzustellen und das ganze dann auch noch mit zu ihm in die Kabine zu bringen. Sie sagte dann etwas stolz zu Carsten "du sag mir mal noch mal, ich könne kein englisch ". ;-)
Zwei sehr nette Menschen Uschi&Lonnie
haben wir noch auf dem Schiff kennen gelernt. Uschi ist vor ungefähr 25 Jahren aus Berlin ausgewandert,  hat Lonny geheiratet und beide leben  jetzt in Colorado Springs. Dorthin waren wir zwar eingeladen, auf unserem "kleinen" ersten USA Trip, fanden wir aber in den 3 Weeks einfach keine Zeit. Wir kamen auch nicht mal in die Nähe von Colorado. Schade!!! Es hätte sich vielleicht eine nette Freundschaft entwickelt.
Auf jedem Fall hieß es für uns, zum Glück, Freitag in Miami wieder ausschiffen und das war, so gerne wie pritty auf einem Schiff reiste, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit unsere erste und letzte gemeinsame Cruise. Pritty hat sich durch das ewige kalt und warm, durch die Klimaanlage, auch die nicht gewünschte Seuche mit Schnupfen, Husten und Fieber eingefangen. Und im Urlaub schniefen, hecheln und japsen, versaut einem alles und am rauchen hat's nicht gelegen, da wir zu Hause diese Problematik so gut wie gar nicht kennen.

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