..

Seite 2






Freitag 22.Oktober 2004
Heute sind wir dann wieder in Miami ausgeschifft.
Also mal wieder durch die Immigration (Einwanderungsbehörde) und Customs (Zoll) geschlängelt um möglichst schnell zu unserem Auto zu kommen. Direkt im Hafen ist ein Zubringerdienst der Autovermietung "HERTZ". Ein Employee fragte nach unserer Reservierung, telefonierte mit seinem "Manager" und sagte uns dann, dass unser Auto nicht, wie eigentlich von uns bestellt, im Hafen sondern in Downtown Miami stehe. Er brachte nur schnell andere Kunden in die Filiale im Hafen. Danach fuhr er mit uns nach Downtown. Wir erledigten die Formalitäten und nahmen dann unser Urlaubsauto, einen Ford Freestar, in Empfang. Nachdem wir noch ein wenig Proviant eingekauft hatten, begannen wir den ersten Teil der vorgenommenen Strecke zu bewältigen. 
Ein "Kurs" für die Bedienung von Sanitäranlagen ist für die USA sehr  empfehlenswert, da wir noch nie mit so vielen unterschiedlichen Möglichkeiten konfrontiert wurden, Wasser aus einem Hahn zu bekommen, oder eine Toilettenspülung zu betätigen. Von drücken über schieben, von drehen bis ziehen, alles dabei und die Toilettenspülungen sind meist mit einem Hebel zu bedienen.
Am Vormittag fuhren wir aus Miami in grober Richtung "Norden" bis Brunswick (das wohl von deutschen Auswanderern aus Braunschweig gegründet wurde) und übernachteten dort, nach 420 gefahrenen Meilen, in 
unserem ersten Motel, einem Haus der "Super8"Kette . 
Da war alles absolut rollstuhlgerecht, völlig stufenlos und ein Bad mit Griffen, sowie eine Dusche mit integrierter Sitzfläche.
23.Oktober  2004
Am nächsten Vormittag ging's weiter gen Norden.  Wir sind  bis Abends nach Henderson 430 Meilen gefahren, wo wir in einem "Sleep-Inn" Motel übernachtet haben. Ein absolut nicht empfehlenswerter, eher grauenhafter Laden. 
In diesem Haus hat pritty Zustände bekommen! Irgendwie wirkte alles etwas angedreckt....leider erst auf den 2. bis 3. Blick, womit diese Kette für uns gestorben war.
24. Oktober 2004
Auf der Fahrt in Richtung Washington/DC sahen wir, wie amerikanische Wohnmobilfahrer ihr Auto mitnehmen.

 Wir wollten uns eigentlich das Pentagon ansehen. Kaum dort angekommen, stellte sich heraus, das man die Besichtigung nur mit einer angemeldeten und überprüften Reisegruppe eine geführte Tour machen kann. Dieses haben alle Besucher "Osama Bin Blöde" zu verdanken.  Früher soll dieses Haus sehr offen gewesen sein, aber ist inzwischen zu einer Festung ausgebaut worden. Das Washington Monument konnten wir uns nur vom Bauzaun aus ansehen, da es gerade renoviert wird. Um das Capitol und das Weiße Haus konnte man zwar fahren, parken und ansehen war schon problematischer. Überall Straßensperren, Polizei wohin man sah und neu geschaffene Einbahnstrassen, die unser Navi (Pocket-PC)  noch nicht kannte. Das Navi wird von uns wegen seiner harmonischen Frauenstimme nur noch "Schatzi" genannt. Sein, oder ihr, liebster Satz ist, dass man in (800)m die Abfahrt nehmen und dann auf die Autobahn fahren soll. Der Straßenrand war mit  unwahrscheinlich farbigen Laubbäumen, Indian Summer genannt, bewachsen. Diese Farbenpracht ist wirklich viel bunter als in Germany und so wunderschön, dass sie zu einem unvergesslichen Eindruck geworden ist.
    

 
Washington/DC verließen wir dann relativ schnell wieder und zogen weiter in Richtung New York. Stoppten wegen aufkommender Dunkelheit und  anfallender Müdigkeit in einem Super8Motel in "Havre De Grace" in Maryland. Schliefen die Nacht dort und machten uns dann auf den Weg nach New York.
25.Oktober 2004

Wir versuchten den traumhaften "Indian Summer" mit den Gedanken "ihr habt schon so viel wunderschönes gesehen, da werden euch doch nicht ein paar alte Blätter  nicht so faszinieren"......taten sie aber, zu vergessen! Es ist wie beim betrachten der nächtlichen Skyline beim Ablegen in Miami.
Wer das gesehen hat, vergisst es auf keinem Fall jemals wieder.
Eine kleine Bemerkung am Rande die pritty sehr schnell zu Gespür bekam: wer immer ins "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" reist und etwas empfindliche Haut hat, sollte sich zumindest zum waschen des Gesichts eine Gallone  natürliches Wasser für ~1$ leisten, da das amerikanische Leitungswasser, in sehr vielen Staaten wahrscheinlich zu Chlorhaltig ist und das die Haut extrem trocken und dadurch ekelhaft juckend wird.  
New York, riesig und muss noch einmal separat  und schon gar nicht mit dem Auto bereist werden, womit sich Carstens Aussage "nie wieder ein Langstreckenflug" zum Glück für pritty schon erledigt hat, um es auch nur grob kennen zu lernen. Nach ca. 3 Stunden herumfahren im New Yorker Stadtteil  "Manhattan", sind wir ganz schnell weiter in Richtung Boston. Unterwegs haben wir in den
Staybridge-Suites in Corning einem Stadtteil von New York übernachtet. 
26. Oktober 2004
Dort gab es morgens endlich mal richtiges Frühstück und nicht nur laschen Kaffe, Schlabbertoast und Muffins. War zwar nicht gerade das Preiswerteste, aber wir wollten uns auch mal etwas Luxus gönnen. In Boston besuchten wir das Prudential - Center , wogegen das Berliner KaDeWe, nicht nur rein architektonisch mieses, kleines, simples Kaufhaus ist.
Bei Legal - Sea - Foods aßen wir unseren, schon fast zu unserer Tradition gewordenen, Urlaubsfisch. Pritty nahm eine Komposition aus zubereiteten Garnelen mit sehr leckerem Seegras und Carsten aß einen über offenem Feuer gegrillten Schwertfisch. Das Seegras war zwar irre lecker, hatte aber einen Nachteil. pritty hat auf irgend etwas darin heftig allergisch reagiert. Sie bekam starke Atemnot. 
Zum Abschied aus dem Prudential - Center gab es für Carsten noch eine böse/teure Überraschung. Nach wenigen Stunden im Parkhaus durfte er nämlich 28$ Parkhausgebühren bezahlen (fast der gleiche Preis wie für 2 komplette Mahlzeiten). Das versetzte ihm einen solchen Schock, das er nicht müde wurde und bis 03:00 morgens durchgefahren ist, bis pritty dann zu maulen anfing und in ein Bett wollte. Sie konnte die Augen nicht mehr aufhalten und wir suchten nach einer Schlafgelegenheit.  Wir verbrachten die Nacht in Amsterdam, ein gutes Stück von Boston entfernt, natürlich wieder in einem Super8 Motel. 
27. Oktober 2004
Am nächsten Morgen waren wir dort noch ein wenig in einem Wal-mart shoppen und sahen uns nach einigem herumirren in der Umgebung des Ort "Niagarafalls", die Niagarawasserfälle an und erlebten somit ein weiteres großartiges Naturspektakel.  Auf dem Weg  hatten wir im Ort Niagarafalls noch ein Erlebnis mit einem knapp 2,50 m langen Brett. Das muss von einem Transporter gefallen, oder so und lag, für Carsten nicht ersichtlich, am Straßenrand. Es hat sich dann laut polternd und knallend unter dem Wagen verkeilt.
pritty bibberte vor Aufregung, fuhr Carsten an den Rand, stieg aus, setzte sich in seinen Rollstuhl, guckte etwas entgeistert, legte sich auf den Boden und operierte das Brett mit einigem Kraftaufwand raus. 
Wir mieteten uns für 2 Tage in dem Super8Motel, in Nähe der Falls ein.
28. Oktober 2004
Die US-Niagara Falls (von pritty oft fälschlicher Weise als Nikaragua Falls bezeichnet) sind von links nach rechts betrachtet rechts in der Mitte der beiden Wasserfalls der "Bridal Veil" (Brautschleier) und von kanadischer Seite das "Horseshoe" (Hufeisen).

US-Falls & Bridal Veil 

             kanadische Seite Horseshoe

Carsten & pritty & Niagarafalls

Wer das sieht, der glaubt nicht das das natürlich sein soll. Es ist einfach zu schön!!!!! 
Wir sind dann weiter und wollten in Toronto ca. 130 km entfernt, die Stadt etwas beschnuppern und pritty gerne etwas shoppen. Die Fahrstrecke war gesäumt von sehr vielen ganz großen Seen über die endlos lang erscheinenden Brücken führten. Da fragt man sich, ob das wirklich Binnenseen sein sollen, mit Wellengang und dazu gehöriger Dünung.
Etwas Unangenehmes an das man sich schnell gewöhnt ist das in den USA für die Benutzung von vielen Brücken, Tunnels und Autobahnen (Interstate oder Highway) Gebühren von wenigen Cent bis zu mehreren Dollar zahlen muss.
Aber nun  zurück zu unserem eigentlich geplanten Ausflug durch Toronto. Er begann  nachmittags mit einem Stau vor Toronto und der zog sich dann durch die gesamte Stadt. Also gegen 18.30Uhr waren wir endlich, in der mit Autos voll gestopften Stadt, Toronto. Das befahren ist, generell, wie Berlin um 16.00 Uhr, unmöglich. Da ist den ganzen Tag RUSHHOUR. Damit mussten wir das Shopping ausfallen lassen, denn der Rückweg lies schon erahnen, das er nicht die Spur besser wird und zum Stadt anschnuppern hatten wir während des Stau schon etwas Zeit. Also waren wir, etwas frustriert, gegen 22.00 Uhr pünktlich zu den Stunden der Beleuchtung (von 22.00 bis 0.00) an den Niagara Falls. Den Aufzug  verkniffen wir uns, weil Carsten pritty's claustophobische Anfälle kennt. 
Wir mussten enttäuscht feststellten, das die als nächste spektakuläre Attraktion angekündigte wasserfallende Feuerwand, für uns "naja, pillifit" war. Die Wasserfälle wurden einfach nur mit großen Scheinwerfern angestrahlt. Dabei hätte sich dort die Fantasie so austoben können. Nach Aussage eines Freundes war das vor 20 Jahren auch schon so. Außer uns wollten das auch nur sehr wenige sehen. Bei den Einnahmen die Niagara Falls durch die Fälle haben, wäre es möglich da ruhig mal etwas Interessanteres zu machen. Licht, Sound und Laser wären doch nett.
Am 29. Oktober  fuhren wir aus Niagara Falls mit dem Gedanken uns noch viel anzusehen, denn 3"Weeks" Amerika ist wie eine Stunde Berlin. 
Wir stellten fest, das es in den USA ziemlich leicht sein muss die Parkerlaubnis für Rollstuhlbenutzerstellflächen zu bekommen, da uns ständig Autos ohne ersichtlicher Rollstuhlbenutzer zu sein begegneten, die auf den dafür gekennzeichneten Parkflächen standen und einen "Parkschein hatten". Unberechtigt genutzte Rollstuhlparkplätze können in Amerika auch teuer werden. Die Toiletten für Rollstuhlfahrer haben in USA Geschlechter, werden aber, wie in Deutschland, sehr oft von Läufern genutzt, trotzdem noch Toiletten für Läufer separat genau daneben existieren.
Es war auch der "Luxusday", weil wir uns in der Target Kaufhauskette den Kauf eines neuen Digitalfotoapparates (Kodak DX 7630) und eines 5teiligen Koffersets erlaubten. Das war begründet dadurch, das Carstens große Reisetasche und auch pritty's Medikamententasche bereits während der Reise ihren Geist aufgegeben hatten. Beides waren sehr günstige Angebote, zumal der Wechselkurs zur Zeit ohnehin so günstig ist. Auf dem Parkplatz wurde Gleich umgeräumt. Da wir ja noch ein bisschen von der Welt sehen möchten, waren diese sowieso von Nöten.
Etwas sehr auffälliges in den USA sind noch sämtliche durch Notruf gerufene Autos, einen so ungeheuerlich ohrenbetäubenden Signalton ertönen lassen, das es pritty jedes Mal eiskalt durch Mark und Bein schießt. 
Es ist genau so, wie man es aus amerikanischen Filmen kennt, nur Live erlebt noch viel lauter. 
Es folgte die Ausfahrt aus Niagara. Die von Carsten geplante Strecke sollte durch Kanada über den Ontariosee, Brantford und Guelph weiter in Richtung kanadisch Paris und London gehen. 
Kürbis- und Maisfelder säumten den Fahrtweg. Carsten stellte bald fest, das unser Navi Kanada nicht kannte und eine neue Ersatzkarte, aus einer Microsoft-Software die wir hatten, die wohl nicht ganz korrekt war, musste eingesetzt werden. Das hatte dann um 17.00 Uhr das erste Umdrehen zur Folge, auf der Suche nach dem Weg nach Detroit. Der Weg aus Kanada führte über viele Orte mit  bekannten, oft englischen Namen wie z.B. New Hampshire, London und Melbourne oder Paris. Jetzt regnet es auch noch und die Sicht war außerdem durch Nebel getrübt. Suchen, suchen und nochmals suchen. Um 18:40 Uhr drehten wir wieder mal um. Es gibt in Kanada anscheinend keine eindeutigen Wegweiser. Ein winzig kleiner völlig unbekannter kanadischer Ort ist ausgewiesen, aber über die Großstadt in den USA dahinter ist kein Vermerk. Einen Wegweiser gen ein kanadisches Dresden fanden wir, der half uns aber nicht so richtig weiter. Inzwischen sind wir mit unserem Urlaubs - Mini - Van die ersten 2500 Meilen mit der Höchstgeschwindigkeit von 65 Meilen/h in den USA gefahren. Es sind aber noch twelve Days Zeit. Zwischendurch haben wir an einem McDonald etwas gegessen und "der kanadische ChrispyCickenBurger hat pritty nicht, wie gewohnt, geschmeckt. Womit sich ihr Urteil über Kanada ergeben hat. Alles "Bulshit" in Kanada: Wetter, Ausschilderung und eklige Burger erst....... Etwas Erträgliches  gab es für uns doch noch an Kanada, nämlich unser geliebtes SUPER8 Motel in Windsor, 10km vor USA Grenze. Ehe wir endlich wieder in USA, noch nach einem Motel suchten, nahmen wir die Chance kurz vor der Grenze noch wahr. 
30.Oktober 2004
Wir verließen Kanada über die "Ambassador Bridge to USA". In Kanada mussten wir noch 15 Min an der Grenze anstehen, aber der Rest war reibungslos. Wir haben uns ein SUPER8 in Elk-Grove kurz vor Chicago, direkt am Flughafen O'Hare gesucht. Kaum wieder in Amerika, mussten wir gleich wieder Brückenüberfahrungsgebühr zahlen, aber nur 0, 50ct. Am Grenzübergang haben wir noch ein Los mit der Wahnsinns Gewinnsumme in Höhe des Brückengeld bekommen. Wir sind dann die knapp 500km bis in einen Vorort von Chicago durchgefahren. Wieder in den USA, lacht die Sonne. Es sind 75`F und es weht ein etwas heftigeres Windchen (WS 8), aber zum Glück ohne "Sturmjäger", denn in dieser Jahreszeit grüßen gerne Tornados. Aber trotzdem das Auto hat ganz schön gewackelt. Der Wegrand war mit mehreren Bewässerungsanlagen gesäumt.
31.Oktober Halloween 2004
und keine Kinder, die "Trick or Treat" was sinngemäß übersetzt soviel wie : "gib süßes, oder es gibt saures" heißt.
Pritty hatte extra Naschwerk gekauft, aber irgendwie sahen uns die Kids den Touristen an und wir blieben "leider" verschont.  
In Chicago richtig in der Innenstadt  waren wir, wegen mangelnder Ausschilderung und keinerlei eigener Ortskenntnisse, nicht. 
Dafür haben wir die ersten 3000 Meilen in USA geschafft. Wir haben uns dafür  zumindest von außen, den Flughafen Chicago O'Hare gegönnt. Der ist riesig und noch viel größer als alles uns Bekannte, man kann es sich nicht vorstellen. Ganz grob geschätzt, 60 km Umfang. Es ist der größte Flughafen auf unserem Planeten. Wir waren abends dort und das von ihm ausgestrahlte Lichtermeer erinnert an das einer Kleinstadt.    

   

Weiter geht's auf Seite 3