..

 



Sosua / DomRep
10.09.- 23. 09. 2000

Die erste gemeinsame Reise für Carsten & pritty ging, im neuen Jahrtausend, in die
Dominikanische Republik

 

Wir kannten uns ein ganz knappes Jahr (3 Tage fehlten noch), wohnten aber noch nicht zusammen. Carsten hatte auf einer Fahrt zu pritty auf dem Berliner Ostbahnhof das Angebot, 999 DM für 13 Tage in die Dominikanische Republik, mit Zug nach Frankfurt und weiter mit dem Flugzeug nach Punta Plata gesehen. Eine Reise mit AI-Verpflegung. Er hat pritty davon erzählt und kurze Zeit später buchten wir. Der Flug begann genauso schrecklich wie er endete, mit einer 4stündigen Zugfahrt im ICE Sprinter von Berlin nach Frankfurt und einem gut 10stündigen Nichtraucherflug mit Britannia. Im nachhinein stellten wir fest, dass " Britannia" die fürchterlichste Fluggesellschaft war, die sich ein Flugpassagier vorstellen kann: "keiner quetscht mehr Passagiere in eine 767". Kurze Zeit nach der Reise wurde Britannia " in den Boden gestampft".
Beim Ausstieg auf  Puerto Plata setzte pritty das breiteste aller Grinsen auf und Carsten stand fortan für den gesamten Urlaub in einer Pfütze. Es waren für die kleine Frostbeule angenehme 35 Grad im Schatten und die Sonne knallte nur so....... Unsere erste Aktion in DomRep war die Busfahrt zum Quartier. Es ging in  die Hotelähnliche Anlage "Villa Chessa" in Sosua.  Die Verbale "Hotel"  wurde im nachhinein zur Absteige mit Puffähnlichem Charakter "aufgebessert". Die erste Nacht verbrachten wir in einem Appartement, das aber für pritty einen nicht akzeptablen Eingang, über eine Stufe davor, hatte. Denn wenn sie nicht, alleine das Quartier mit dem Rollstuhl,  verlassen konnte  und das im ersten gemeinsamen Urlaub, hatte es sich als unzumutbar disqualifiziert. Also hieß es, am nächsten Tag umziehen. Der Zugang zum anderen Bungalow war zwar jetzt OK, aber in der Unterkunft selbst, mussten wir Abstriche hinnehmen. Unmittelbar vor der Tür lag ein großer Swimmingpool, den Carsten des öfteren zum abendlichen Abkühlungsbad und manchmal zum morgendlichen rumplanschen nutzte. Pritty fand den Urlaub herrlich, nicht nur wegen der Wärme, sondern auch weil sie das erste  mal seit  8 Jahren, also seit Unfall, alleine mit einem Mann etwas längere Zeit so manches Erlebnis hatte. Der Urlaub gab den beiden die Gelegenheit sich etwas besser kennen zu lernen.                              
Bei einem Reiseveranstalter in Sosua wurde noch ein Ausflug mit einem Quadt  zugebucht, wobei Carsten mit seinem etwas umfangreicheren Körper, zu seiner größten Zufriedenheit,  ein Fahrzeug alleine benutzen durfte. Pritty fuhr zuerst bei einem Tourführer mit, durfte aber zum Schluss noch ein kleines Stück mit dem, mit ihrer spastischen rechten Seite zu bedienenden Gefährt, alleine fahren.

Wobei sie dann einen "Krampf" an dem Gashebel
vortäuschen konnte und somit auch ihren Spaß
 hatte.


 

Einen Ausritt konnten wir auch noch zubuchen.   Pritty reitet gerne und liebt es noch viel mehr, die Zügel in der Hand zu haben. Sie hat zwar eine Tierhaarallergie, aber im Freien und bei den angenehmen Temperaturen ging es so einigermaszen. Carsten mit seinen 170kg Lebendgewicht erledigte das mit dem Satz: ......May i eat the Horse after riding? / übersetzt Darf ich das Pferd nach dem Ausritt essen? 
Als wir einen Tag von der  dominikanischen All Inklusive Verköstigung genug hatten (Carsten fragte wegen vieler Knochenteile, ob das Schwein durch Überfahren geschlachtet wurde) waren wir im Chez Cabarete im 8 km entfernten Cabarete einen leckeren Fisch, von einem Schweizer Koch zubereitet, essen. 
Das Internetcafe in Sosua bei Jörg   
haben wir zum einfacheren Verschicken von (Urlaubskarten) Fotos mit uns versehenen Urlaubsgrüßen genutzt. Der Mailkontakt sollte eigentlich bestehen bleiben, aber..........wie es oft mit Urlaubsbekanntschaften ist (aus den Augen; aus dem Sinn) hatte sich der schnell wieder erledigt.
Abends hatten wir meistens mit anderen Hotelgästen eine Tagesauswertung und so manch netten Plausch. Wir waren eine lustige Truppe.  
Mit fast jedem kamen wir gut klar, aber es gab da einen mit dem konnten und wollten wir keinen Kontakt. Clemens der Sachse, ein Frührentner auf (verdiente) Macke, der die dominikanischen Nutten zu alt und zu teuer fand. Für den ist mir jedes Wort zu  viel. Von den Frauen, die es auf junge,  dominikanische Männer und Spaß auf der Matratze abgesehen, hatten wir  Ingrid, "Ingrid for free, Animation for free, all that for free". Der Spruch klebte an ihr, wie  häufig die unvermeidlichen Geckos  an den Türen und Fenstern. 
An der Straße zum Strand von Sosua gab es eine Bilderwand mit haitianischer Ölmalerei, an der wir auch
zwei Bilder relativ günstig ergatterten. 
Ein großes Problem war für uns und zahlreiche andere die fast übliche dominikanische Rache, oder besser gesagt das auftreiben der Tabletten dagegen. Wir haben Apotheke für Apotheke abgegrast und alles aufgekauft, was zu haben war, mussten zum Schluss aber doch den Dok für pritty kommen lassen um  für das, was wir schon wussten, zu zahlen. 
Recht ansehenswürdig waren noch die 3 Gartenpapageier  vor unserem Fressbunker. 
Weniger schön war Carstens Gesichtsbremsung. Die legte er einen Abend beim Quatschen durch zu intensives inhalieren (wie beim kiffen) von Nikotin und eine dadurch ausgelöste Spastik der Bronchien hin. Eine kurzzeitige Bewusstlosigkeit führte dazu, dass er vornüber fiel, eine Urlauberin zu Boden riss und ihren Plastikgartenstuhl zerlegte. Das ganze hatte zur Folge, das der Nachtwächter des Hotel herbeieilte. Beim Aufwachen blickte Carsten dann ziemlich verdutzt direkt in den Lauf der Schrotflinte des Nachtwächters und sagte "Ich muss wohl eingenickt sein". Die nächsten Tage sah er jedenfalls irgendwie nach Kneipenschlägerei aus! Das baden im Atlantik brachte auch noch viel Spaß. Pritty versuchte ihn auszutrinken, weil sie nicht schwimmen kann, Carsten kam bei dem Versuch ihr zu helfen ins schleudern. 
Womit sich Pritty's Badeerlaubnis erledigt hatte. Der Rückflug war wieder die Quälerei mit Britannia und Pritty hätte bei der Wiedereinreise beinahe das Problem bekommen einen Asylantrag stellen zu müssen. Dabei war sie ihrer Meinung nach nur "ein bisschen" angebräunt. Wurde aber von anderen teilweise als Mulattin verkannt.