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Ägypten Juni 2004

Ägypten 
Hurghada
03.06.-10.06 2004 






Carsten entdeckte in Mai in einem Friedrichshagener Reisebüro wieder mal ein recht günstiges Angebot.
Im Juni 2004 eine Woche nach Ägypten. Flug, 1 Woche Übernachtung mit HP für 291€ pro Person.  Kurzer Schnack mit pritty und die Sache war gebucht.  Es ging mit AIR BERLIN los und nach gut 5 Stunden landeten wir in Hurghada. Dort ging es mit etwas bibbern durch den Zoll. Pritty hatte nämlich in Schönefeld den Duty-Free von allen ihren "Caprice"-Zigaretten leer gekauft. 5 1/2 Stangen und eine Stange pro Person war gestattet. Gott sei Dank, interessierte das die ägyptischen Zöllner nicht weiter. Ein Transferbus brachte uns dann in das, von dem Reisebüro fälschlicher Weise, als rollstuhlgerecht ausgesuchte Hotel "Hilton Resort". Wenigstens  Rollstuhl"freundlich" wäre ja für den Preis noch akzeptabel, aber mit der Ankunft ging eine Tortour los. Es begann mit 3 Stufen um in die Lobby zu kommen, der Speisesaal befand sich im 1.Stock und war nur über eine bestimmt 25stufige Treppe erreichbar. Das war ja um 23:00 sowieso nicht mehr relevant für uns, aber es ging ja noch nett weiter. Alle Zimmer im Haupthaus waren in den nur über Treppen erreichbaren Obergeschossen, besonders toll für zwei Rollstuhlfahrer - - Aufzüge (Lifte) - - was sollen das denn für Fremdwörter sein ?? Kann man so etwas von einem **** Sterne Hilton erwarten?
Es ging also mit der Suche nach einem Zimmer für uns weiter. Nach einigem hin und her fand sich dann ein Kabuff das wir, wenn auch nur mit Hilfe und sehr kompliziert erreichen konnten. Mittlerweile war es 01:30 und pritty war mehr als nur noch einfach müde. Undenkbar für eine ganze Woche ständig auf die Hilfe des Hotelpersonal angewiesen zu sein. Das Zimmer war zwar im für uns erreichbaren Erdgeschoss, aber der Weg dahin: "Aus dem Hotel raus über die holprige  Küstenhauptstrasse,    4 Stufen hoch,  um die Häuser schleichen und noch 3 weitere Stufen hoch um auf Zimmerebene zu kommen. Es sollte uns zwar Tag und Nacht Hotelpersonal zur Verfügung gestellt werden, aber das sollte Urlaub sein??? Völlig unakzeptabel für uns, ständig auf Hilfe anderer angewiesen sein zu müssen. Naja, um die Uhrzeit nahmen  wir das für diese Nacht einfach mal hin.
Am nächsten Tag, nach einem sehr guten und reichhaltigen Frühstück im extra nur uns alleine geöffneten "Ala Card Restaurant", ging pritty's Gezeter mit der Hotelleitung los. Fazit: "Es hieß somit also wieder mal umziehen." Also fing die Suche nach einem anderen Hotel an. Sehr viele rollstuhlgerechte Hotels gibt es nun mal nicht, schon gar nicht in der Wüste.
Carsten fuhr erst mal mit der Reiseleiterin herum, um zu schauen, ob wir in einem ausgesuchten Objekt klar kommen. Er fand dann, nach etwas längerer Suche, das Hotel "Dessert Rose". Es kostete uns zwar einen Upgrade von 76€ pro Person, aber dafür konnte jetzt der Urlaub beginnen. Wir nahmen uns sowieso sofort vor, dass wir das Upgrade in Berlin von unserem Reisebüro zurückzuholen, denn uns war ein rollstuhlgerechtes Quartier zugesichert.
Das ägyptische Hotelpersonal war so zuvorkommend, hilfsbereit und freundlich und das ohne jegliche Gegenleistungen zu erwarten oder anzunehmen. Das obligatorische Trinkgeld wurde teilweise sogar verweigert.
Durch das ganze umziehen hatten wir bereits 2 von nur 7 Tage verloren. Der 3.Tag verlief wie der Nachmittag des zweiten. Pritty aalte sich in der für sie herrlichen Sonne und "hüpfte" bei gut 40° im Schatten sogar ein paar mal in einen der drei sauberen Pools, in dem sie noch auf dem funktionstüchtigen Bein hüpfen konnte.
Carsten hingegen saß im Schatten und machte seine ersten  Schwimm - Erfahrungen nach der Amputation und es klappte reibungslos.
Der obligatorische Internetcafebesuch war direkt auf dem Hotelgelände. Am  4.Tag fand ein Ausflug in einem nicht sehr komfortablen Jeep statt. Er ging durch die Wüste zu einem schon "sehr sesshaft" gewordenen, wahrscheinlich nur noch als Touristenfalle dienendem Beduinendorf.
Dort kreiste dann erst mal die Shisha (Wasserpfeife) und dazu gab es einen kühlen Tee, für alle außer pritty. Pritty trinkt so gut wie nie Tee, weil ihr rechter Arm im Wachkoma im Urban-Krankenhaus mit fast kochendem "TEE" verbrüht wurde. Dieses hat bei ihr eine Abscheu dagegen ausgebildet. Abends sollte man dann zum Sonnenuntergang einen nahen Berg erklimmen. Das haben wir aber als Rollstuhlbenutzer dann doch lieber gelassen.
Danach war dann die gemeinschaftliche Abfütterung. Die Abende verbrachten wir mit fernsehen der vorhandenen deutschen Kanäle.
Im noch verbleibenden Urlaub unternahmen wir Tages- oder Halbtagesausflüge nach Hurghada und Umgebung mit einem zu dem zum Hotel gehörenden Busfahrer,  der uns zwischen Hotel und Hurghada transportierte.
Am 6.Tag waren wir am Aquarium und anschließend im dazugehörigen Restaurant. Wir haben dort mit "unserem" Fahrer, als Dankeschön für die erbrachten Sonderleistungen, ganz gut und relativ preiswert gegessen und haben nett geplauscht. 
Pritty war ganz Happy, das sie in der relativ kurzen Zeit noch so braun geworden ist. Wieder in Berlin bekamen wir von dem Reisebüro in dem wir gebucht hatten 150€ zurück.